
Dan 12,1-3
Hebr 10,11-14.18
Predigt zum Evangelium:
Mk 13,24-32
Evangelium Mk 13,24-32
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: In jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wißt ihr, daß der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr (all) das geschehen seht, daß das Ende vor der Tür steht. Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.
MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT
Frühlingsgefühle im November
Was für ein Evangelium ist denn das? Gibt es zur Abwechslung in der Kirche heute mal Weltuntergangsstimmung pur?Sofort am Anfang ist heute von einer großen Not die Rede, die kommen wird. Schlimmer noch: nach dieser großen Not folgen dramatische Ereignisse, wie sie furchterregender nicht sein könnten: Die Sonne wird sich verfinstern, der Mond wird nicht mehr scheinen, und die Sterne werden vom Himmel fallen. Einfach unvorstellbar – das wird die galaktische Katastrophe schlechthin!
Offenbar gerät zu jenem Zeitpunkt die ganze physikalische Ordnung des Universums aus den Fugen. All das, was ganz selbstverständlich als sichere Grundlage allen irdischen Lebens gilt, wird gewaltig erschüttert werden. So schildert es das heutige Evangelium. Gerade der Sternenhimmel und die Sonne sind doch für uns wie ein Sinnbild von absolut harmonischer Ordnung und verlässlicher Dauerhaftigkeit!
Viele Zeitgenossen werden eifrig mit dem Kopf nicken:
Klar doch, das haben wir doch immer schon gesagt. Irgendwann kommt der ganz große Knall. Ende und aus. Feierabend für die Erde. Feierabend für alle.
Die Menschheit kriegt endgültig das Licht ausgeknipst. Aus die Maus! -Und schnell werden sie alle in diesen Chor miteinstimmen: Sektenanhänger, Jünger aller möglichen Weltuntergangs-Propheten von Nostradamus bis zur Möchtegern-Wahrsagerin aus Fernsehen oder Zeitschrift, Kartenleger und wer weiß was sonst noch alles.
Auch die Vertreter der Ellenbogen-Mentalität sind da gerne mit einem Spruch mit von der Partie, frei nach dem Motto:
Alles geht sowieso den Bach runter! Lasst uns also auf die Pauke hauen, dass es kracht! Wir wollen Spaß, wir wollen so viel von allem, wie wir irgendwie mit beiden Händen schaufeln können. Wir sind doch nicht blöd! Jetzt gilt es – und nach uns die Sintflut!
Wer in diesen Kategorien denkt, der hat das heutige Evangelium nicht zu Ende gelesen oder gehört. Es geht eben nicht um die große Panikmache. Das Thema ist eben nicht: Großalarm - das Weltall brennt! Vielmehr geht es um ein Ereignis, das alle Christen weder überraschen noch schockieren soll.

Da bricht eben nicht völlig überraschend der Winter herein und kein Mensch hat Winterreifen montiert. Zumindest die Christen wissen es und sind rechtzeitig gerüstet dafür. - Es geht um den endgültigen Advent, um die Erfüllung unserer Vater-unser-Bitte: „Dein Reich komme!“. –
In der Messfeier beten wir nach den Wandlungsworten: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ – Wir wissen es: Der Herr wird wiederkommen, und zwar „mit großer Macht und Herrlichkeit“, wie es im heutigen Evangelium heißt.
Schon das Wort „Herrlichkeit“ signalisiert, dass dies wohl kaum als Drohung gedacht sein kann. Oder fühlen Sie sich bedroht, wenn Sie etwas ganz Herrliches sehen? Einfach herrlich wird es sein, wenn der Herr einst wiederkommt! Unbeschreiblich herrlich!
Seine Engel wird er aussenden, heißt es. „…vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels“ werden seine Boten unterwegs sein. Das heißt doch: sie werden überall unterwegs sein, in jedem
Winkel, an jedem Platz, an den sie als Boten geschickt werden. Ihre Aufgabe ist klar formuliert: Sie sollen die Menschen, die der Herr ausgewählt hat, aus allen Ecken und Enden zusammenführen und zu ihm bringen. Eine himmlische Extrafahrt gewissermaßen. Keiner wird dabei vergessen.Das ist die frohe Botschaft an die, die auf dieses Ereignis vorbereitet sind. Und das ist das Stichwort für das heutige Evangelium: es geht um die richtige Vorbereitung!
Jesus wählt dazu einen sehr anschaulichen Vergleich.
Vom Feigenbaum sollen wir Christen lernen: „Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Ende vor der Tür steht.“
Dazu muss man wissen, dass im Lande Israel wegen des milden Klimas viele Bäume im Winter ihr Laub behalten. Der Feigenbaum gehört zu den wenigen Bäumen, die auch dort ihr Laub
abwerfen und daher im Frühjahr neue Blätter treiben. Wenn es dann so weit ist, kann jeder, der nicht mit völliger Blindheit geschlagen ist, eindeutig und zweifelsfrei er-kennen: Aha, jetzt geht es mit dem Frühling los, der Sommer ist also nicht mehr weit!
Jesus macht uns damit klar, dass es kein Rätselraten geben wird um die Zeichen der Zeit. Nein, da wird keine Spekulation nötig sein, kein Kartenlegen und keine Wahrsagerei. All das ist Unsinn, denn das Ende wird so deutlich und unmiss-
verständlich erkennbar sein wie das Austreiben saftiger Blätter. Allerdings nur für diejenigen, die die Augen offen halten. Wenn Jesus ausgerechnet ein Bild des Frühlings wählt, ein Bild des Wachsens, dann will das bei uns Christen ganz besondere Frühlingsgefühle wecken: Ja, da grünt alle Hoffnung, da wird Leben sein in Fülle! ...
Weiterlesen? Gerne -
>> BITTE HIER KLICKEN !














