Jer 23,1-6
Eph 2,13-18
Predigt zum Evangelium:
Mk 6,30-34
Evangelium Mk 6,30-34
In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.
Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe,
die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.
Kurzurlaub vermasselt?
Der Mensch ist keine Maschine. Er arbeitet nicht wie ein Roboter am Fließband der Auto-Industrie problemlos und ohne zu meckern rund um die Uhr, Tag für Tag, Woche für Woche.
Der Mensch braucht Zeiten der Entspannung, Zeiten der Erholung. Wer auf Dauer nicht genügend Schlaf bekommt oder die nötigen Pausen auslässt, der riskiert seine Gesundheit.
Das wissen und spüren wir, und so versuchen wir, kurze und große Pausen in unseren Lebensrhythmus einzubauen.
Ein netter Abend zum Abschalten, ein Wochenende vielleicht für einen schönen Ausflug, ein Urlaub fern von aller Routine – da kann man hoffentlich die Seele
baumeln lassen und neue Kraft für den anstrengenden Alltag tanken. In diesen Wochen sind wieder Millionen Urlauber unterwegs, und manche von ihnen entdecken in solchen Auszeiten auch den Zugang zum Glauben neu. In anderer Umgebung sind manche auch der Kirche gegenüber neugieriger und unvoreingenommener.So sind die Ferien auch eine Chance, Gewohntes durch diesen Tapetenwechsel mit neuen Augen zu sehen. Das jedenfalls ist mein Wunsch für alle, die sich auf Reisen begeben.
Wie wichtig solche Auszeiten für das innere Gleichgewicht des Menschen sind, ist keineswegs eine neue Erkenntnis, etwa von den Gewerkschaften. Da wir die Bibel kennen, wissen wir, dass Gott selbst am siebten Schöpfungstag ruhte. Gott hat auch den Urlaub für die Menschen erfunden, wie wir z.B. in den Zehn Geboten nachlesen können. Die Bibel erklärt uns gleich an mehreren Stellen, wie wichtig es ist, den Sabbat zu heiligen. Dabei geht es nicht nur um die Verehrung Gottes, sondern auch um die Erholung des Menschen, ja sogar an die Erholung der Arbeitstiere war ausdrücklich gedacht.
Am siebten Tage sollen alle ruhen, damit sie zu Atem kommen (Ex 23,12), heißt es im Alten Testament. - Dies soll sogar in den hektischsten Wochen des Jahres gelten, in der Zeit des
Pflügens und der Ernte(Ex 34,21).
Was jeder Autofahrer weiß, das weiß die Bibel mit anderen Worten schon lange: Wer nicht achtgibt und seinen Tank ganz leer fährt, der wird plötzlich bewegungsunfähig und kommt dann nicht mehr von der Stelle. Alle Energie ist verbraucht, nichts geht mehr.
Ganz modern spricht man dann von einem „Burn-out“. Man ist wie ausgebrannt. Gerade diejenigen, die sich für etwas sehr engagieren, die sich mit ganzer Kraft einsetzen, sind dafür besonders anfällig. Diese Menschen sind so hochmotiviert, dass sie erst sehr spät oder gar zu spät merken, dass sie die Grenzen ihrer Kraft erreicht haben. Aus der Belastung ist eine Über-
lastung geworden. Auch so mancher Priester und kirchliche Mitarbeiter musste das am eigenen Leibe schmerzlich erfahren. Das ist so ähnlich wie bei einer überlasteten elektrischen Leitung. Da fliegt irgendwann ohne Vorwarnung die Sicherung raus. Das kann dann heißen: Zusammenbruch und ärztlich verordnete Zwangspause.
Dann hat man auf einmal Zeit, und zwar mehr als einem lieb ist. Dann ist der Terminkalender nur noch ein Stück Papier, unbedeutend und beinahe lächerlich. Damit es gerade auch bei
engagierten Christen nicht zu solchen Zusammenbrüchen kommt, haben kluge Seelenführer und Heilige schon immer warnend ihre Stimme erhoben. So heißt es zum Beispiel in der Ordensregel des heiligen Benedikt: „Bete und arbeite!“ – sorge also für ein gesundes Gleichmaß! Der heilige Franz von Sales formulierte es so: „Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit für das Gebet – außer, wenn du viel zu tun hast. In diesem Falle nimm dir eine ganze Stunde Zeit…“Im heutigen Evangelium erfahren wir, dass die Apostel auch gerade in der Gefahr sind, überfordert zu werden. Man kann eben nicht nur vom Misserfolg bedroht werden, sondern auch vom Erfolg. Und den hatten die Apostel.
Wie wir vom vorigen Sonntag wissen, waren sie im Namen Jesu und mit seiner Vollmacht ausgesandt worden, um immer zu zweit den Menschen die Frohe Botschaft zu verkünden, zu heilen und zur Umkehr aufzurufen. Dabei durften sie kein Geld haben, keine Vorräte, nur einen Wanderstab und Sandalen. Das war offen-
bar so überzeugend, dass die Zuhörer immer zahlreicher wurden. Da gab es jede Menge zu tun, persönliche Gespräche, Segnungen, Heilungen – sicher oft bis in den späten Abend hinein.
Man könnte also sagen, dass es wirklich mächtig gut lief.
Sie waren gewissermaßen gerade so richtig in Fahrt.
Heutige Werbe-Experten würden sagen: Das muss man ausnutzen, da muss mit weiteren Angeboten nachgelegt werden, solange dafür Aufmerksamkeit der Kunden besteht. Man muss schließlich das Eisen schmieden, so lange es heißt ist, sagten schon unsere Vorfahren.
Doch was macht Jesus ausgerechnet jetzt? Unfassbar: Jesus verordnet seinen Mitarbeitern erst einmal eine Pause, statt die Gunst der Stunde zu nutzen...
Weiterlesen? >> bitte klicken !





















