12.07.2009

16. Sonntag im Jahreskreis B - 19.07.2009

Jer 23,1-6
Eph 2,13-18
Predigt zum Evangelium:
Mk 6,30-34


Evangelium Mk 6,30-34

In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.

Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe,
die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.


MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT

Kurzurlaub vermasselt?

Der Mensch ist keine Maschine. Er arbeitet nicht wie ein Roboter am Fließband der Auto-Industrie problemlos und ohne zu meckern rund um die Uhr, Tag für Tag, Woche für Woche.
Der Mensch braucht Zeiten der Entspannung, Zeiten der Erholung. Wer auf Dauer nicht genügend Schlaf bekommt oder die nötigen Pausen auslässt, der riskiert seine Gesundheit.
Das wissen und spüren wir, und so versuchen wir, kurze und große Pausen in unseren Lebensrhythmus einzubauen.
Ein netter Abend zum Abschalten, ein Wochenende vielleicht für einen schönen Ausflug, ein Urlaub fern von aller Routine – da kann man hoffentlich die Seele baumeln lassen und neue Kraft für den anstrengenden Alltag tanken. In diesen Wochen sind wieder Millionen Urlauber unterwegs, und manche von ihnen entdecken in solchen Auszeiten auch den Zugang zum Glauben neu. In anderer Umgebung sind manche auch der Kirche gegenüber neugieriger und unvoreingenommener.
So sind die Ferien auch eine Chance, Gewohntes durch diesen Tapetenwechsel mit neuen Augen zu sehen. Das jedenfalls ist mein Wunsch für alle, die sich auf Reisen begeben.

Wie wichtig solche Auszeiten für das innere Gleichgewicht des Menschen sind, ist keineswegs eine neue Erkenntnis, etwa von den Gewerkschaften. Da wir die Bibel kennen, wissen wir, dass Gott selbst am siebten Schöpfungstag ruhte. Gott hat auch den Urlaub für die Menschen erfunden, wie wir z.B. in den Zehn Geboten nachlesen können. Die Bibel erklärt uns gleich an mehreren Stellen, wie wichtig es ist, den Sabbat zu heiligen. Dabei geht es nicht nur um die Verehrung Gottes, sondern auch um die Erholung des Menschen, ja sogar an die Erholung der Arbeitstiere war ausdrücklich gedacht.

Am siebten Tage sollen alle ruhen, damit sie zu Atem kommen (Ex 23,12), heißt es im Alten Testament. - Dies soll sogar in den hektischsten Wochen des Jahres gelten, in der Zeit des Pflügens und der Ernte
(Ex 34,21).
Was jeder Autofahrer weiß, das weiß die Bibel mit anderen Worten schon lange: Wer nicht achtgibt und seinen Tank ganz leer fährt, der wird plötzlich bewegungsunfähig und kommt dann nicht mehr von der Stelle. Alle Energie ist verbraucht, nichts geht mehr.

Ganz modern spricht man dann von einem „Burn-out“. Man ist wie ausgebrannt. Gerade diejenigen, die sich für etwas sehr engagieren, die sich mit ganzer Kraft einsetzen, sind dafür besonders anfällig. Diese Menschen sind so hochmotiviert, dass sie erst sehr spät oder gar zu spät merken, dass sie die Grenzen ihrer Kraft erreicht haben. Aus der Belastung ist eine Über-
lastung geworden. Auch so mancher Priester und kirchliche Mitarbeiter musste das am eigenen Leibe schmerzlich erfahren. Das ist so ähnlich wie bei einer überlasteten elektrischen Leitung. Da fliegt irgendwann ohne Vorwarnung die Sicherung raus. Das kann dann heißen: Zusammenbruch und ärztlich verordnete Zwangspause.

Dann hat man auf einmal Zeit, und zwar mehr als einem lieb ist. Dann ist der Terminkalender nur noch ein Stück Papier, unbedeutend und beinahe lächerlich. Damit es gerade auch bei engagierten Christen nicht zu solchen Zusammenbrüchen kommt, haben kluge Seelenführer und Heilige schon immer warnend ihre Stimme erhoben. So heißt es zum Beispiel in der Ordensregel des heiligen Benedikt: „Bete und arbeite!“ – sorge also für ein gesundes Gleichmaß! Der heilige Franz von Sales formulierte es so: „Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit für das Gebet – außer, wenn du viel zu tun hast. In diesem Falle nimm dir eine ganze Stunde Zeit…“

Im heutigen Evangelium erfahren wir, dass die Apostel auch gerade in der Gefahr sind, überfordert zu werden. Man kann eben nicht nur vom Misserfolg bedroht werden, sondern auch vom Erfolg. Und den hatten die Apostel.
Wie wir vom vorigen Sonntag wissen, waren sie im Namen Jesu und mit seiner Vollmacht ausgesandt worden, um immer zu zweit den Menschen die Frohe Botschaft zu verkünden, zu heilen und zur Umkehr aufzurufen. Dabei durften sie kein Geld haben, keine Vorräte, nur einen Wanderstab und Sandalen. Das war offen-
bar so überzeugend, dass die Zuhörer immer zahlreicher wurden. Da gab es jede Menge zu tun, persönliche Gespräche, Segnungen, Heilungen – sicher oft bis in den späten Abend hinein.

Man könnte also sagen, dass es wirklich mächtig gut lief.
Sie waren gewissermaßen gerade so richtig in Fahrt.
Heutige Werbe-Experten würden sagen: Das muss man ausnutzen, da muss mit weiteren Angeboten nachgelegt werden, solange dafür Aufmerksamkeit der Kunden besteht. Man muss schließlich das Eisen schmieden, so lange es heißt ist, sagten schon unsere Vorfahren.
Doch was macht Jesus ausgerechnet jetzt? Unfassbar: Jesus verordnet seinen Mitarbeitern erst einmal eine Pause, statt die Gunst der Stunde zu nutzen...

Weiterlesen? >> bitte klicken !

06.07.2009

15. Sonntag im Jahreskreis B - 12.7.2009

Am 7,12-15
Eph 1,3-14
Predigt zum Evangelium:
Mk 6,7-13


Evangelium Mk 6,7-13

In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben, und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen.

Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlaßt. Wenn man euch aber in einem Ort nicht hören will, dann geht weiter, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie.

Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.

MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT


Einfach sandalös !


Ein schönes Nachsprech- und Konzentrations-Spiel für Gruppen heißt „Kofferpacken“. Da wird in der Phantasie ein Reisekoffer gepackt, in den natürlich so allerlei mehr oder weniger originelle Gegenstände hinein gehören. Reihum fügt jeder Mitspieler einen weiteren Gegenstand hinzu. Das Tückische ist dabei, dass nicht nur ein neuer Gegenstand dazukommt, sondern vorher noch alles bisher Aufgezählte genau so in der richtigen Reihenfolge wiederholt werden muss, wie es bereits im gedanklichen Koffer gelandet ist. Dann heißt es also z.B.:

„Ich packe meinen Koffer und lege eine Armbanduhr, eine gelbe Mütze, einen Zahn-
stocher, ein Federballspiel, eine angebissene Banane und einen roten Polprüfer hinein…“ So wird der Rattenschwanz an Wörtern länger und länger. Mal sehen, wer als Erster den Überblick verliert und aufgibt…

Beim Kofferpacken für den Urlaub geht es manchen Familien wohl ähnlich. An was man da alles denken muss…! Besonders dann, wenn man kleine Kinder mitnimmt, kann man beinahe den halben Haushalt einpacken. Das entspricht natürlich auch unserer heutigen Sicherheits-Mentalität. Man will für alle Eventualitäten gerüstet sein. Ärgerlich und teuer, wenn man sich am Urlaubsort ein wichtiges Teil nachkaufen muss… Ganz erfahrene Kofferpacker legen sich jährlich weiter verfeinerte Check-Listen an, damit man darin abhaken kann, wenn etwas bereits in einem der Koffer verstaut ist.

Merkwürdig – wie eine solche Check-Liste wirkt auch das heutige Evangelium. Nachdem Jesus die Apostel zu sich gerufen hat, gibt er ihnen ganz konkrete, ganz detaillierte Anweisungen. Allein das ist für uns schon ungewohnt genug. Was er aber da geradezu befiehlt, ist auf den ersten Blick schon äußerst befremdlich.

Es heißt: „In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben, und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd und

an den Füßen nur Sandalen.“


An den Füßen nur Sandalen – das ist ja sandalös! Warum kein festes Schuhwerk bei dem oft unwegsamen Gelände? Warum kein Geld, warum keinerlei Vorräte und kein zweites Hemd? Ganz sicher wollte Jesus nicht, dass seine Apostel, die er losschickte, mit total verschwitzter Kleidung ihre Zuhörer durch Geruchsbelästigung in die Flucht schlagen. Ganz sicher wollte er auch nicht, dass sie auf ihrem Weg elend verhungern oder verdursten! Seine konkreten Dienstanweisungen haben aber einen guten Grund: Die Apostel, die er mit seiner Vollmacht ausstattet und aussendet, sind nämlich keine Touristen auf Wanderschaft. Solche Wandertouristen müssen natürlich ihr Zelt dabei haben nebst allem Zubehör, wenn sie irgendwo im Freien übernachten wollen. Da kommt schon einiges zusammen! Die Apostel jedoch haben so gut wie nichts dabei. Sie sind also immer auf andere und deren Hilfsbereitschaft angewiesen. Das fällt jedem, der ihnen begegnet, sicher sofort auf. Die beiden, die da vor mir stehen, sind keine Luxus-Missionare. Die meinen das offensichtlich ganz ernst mit der Nachfolge Jesu! Vielleicht sollte ich mir wirklich mal anhören, was sie mir zu sagen haben!

Wahrscheinlich hätte Jesus seine Mitarbeiter im Außendienst sogar ohne Sandalen losgeschickt, wenn das nicht zu gefährlich wäre. Scharfkantige Steine könnten ihrem Auftrag sonst ein recht plötzliches Ende bereiten. Einen Wanderstock dürfen sie auch dabei haben. Das hat allerdings nichts mit dem modernen „Nordic Walking“ zu tun. Den Stock brauchte man nicht nur in der sehr hügeligen Landschaft mit oft ganz schlechten Wegen. Er war leider manchmal auch nötig, um sich z.B. streunende Hunde oder andere unliebsame Tiere auf Abstand zu halten. Deswegen hatten auch die Hirten damals immer einen Holzstab dabei.

Wenn Jesus die Apostel grundsätzlich zu zweit aussendet, macht das nicht nur deren Wanderschaft sicherer. Es hätten z.B. auch immer vier Männer sein können. Damals galt aber der Rechtsgrundsatz, dass immer mindestens zwei Männer die gleiche Zeugenaussage machen mussten, wenn etwas vor Gericht als wahr anerkannt werden sollte. Das gemeinsame Auftreten unterstreicht also die Glaubwürdigkeit. Zugleich dient jeder der beiden dem anderen als Helfer und Berater, wozu auch die Korrektur von ungenauen Aussagen oder Fehlverhalten gehört. In manchen Klöstern wird heute noch diese Tradition der „Correctio fraterna“ eingeübt, also eine brüderliche Zurechtweisung, die untereinander in aller Liebe zu erfolgen hat, um den geschätzten Mitbruder vor falschen Wegen zu bewahren.

Aber nichts zu trinken, kein Brot und keine Vorratstasche – ist das nicht doch etwas übertrieben? Dazu muss man wissen, dass es zu den eisernen Grundregeln orientalischer Gastfreundschaft gehört, den Gast zu ehren, indem man ihm Notwendiges und Angenehmes geradezu aufdrängt. Dies stammt noch aus der Zeit des Lebens in und mit der Wüste. Es muss also wirklich niemand verhungern oder verdursten. Allerdings müssen die Apostel Jesu sich auf ein Leben als Gast einstellen, auf ein Leben, das sie nicht in allem selbst bestimmen können.

Jesus gibt ihnen die Anweisung: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlaßt.“ Das heißt in der Praxis, dass sie z.B. auch akzeptieren müssen, was sie zum Essen vorgesetzt bekommen. Sie sollen sich ganz bewusst höflich an ihren Gastgeber anpassen und nicht etwa die Unterkunft wechseln, weil es im Nachbarhaus eine bessere Hausfrau und Köchin gibt. Man stelle sich nur vor, welche Eifersüchteleien bei den Dorfbewohnern entstehen könnten, wenn diese willkommenen Boten Gottes plötzlich drei Häuser weiter an der Suppenschüssel sitzen.
Wo man sie in diesem Dorf aufgenommen hat, da sollen sie auch bleiben, bis sie zum nächsten Ziel weiterwandern. Sie kommen gewissermaßen mit leeren Händen, abhängig von der Aufmerksamkeit und dem gutem Willen ihres jeweiligen Gastgebers. Dieses Zeichen wird an vielen Orten wohl verstanden: die Apostel geben sich ganz in Gottes Hand und vertrauen darauf, dass er ihnen den richtigen Weg zeigt und die richtigen, gastfreundlichen Menschen.
Ganz sicher wird in dem Haus, in dem sie untergekommen sind, nach einigen Tagen die Atmosphäre bei den abendlichen Gesprächen offener, vertraulicher. Niemand kann über mehrere Tage nur sein Sonntagsgesicht aufsetzen. Es wird intensive Gespräche mit der Hausgemeinschaft geben, wenn man nach Feierabend in der großen Runde zusammensitzt...

Weiterlesen? >> bitte klicken !

29.06.2009

Urlaub mit Jesus: Linktipps für Reisen und Unterkünfte

Zur Ruhe kommen – abschalten –

Entspannen, neue Kraft schöpfen…

Nicht nur für Seelsorger, sondern für uns alle in der heutigen Zeit ist das besonders wichtig. - In dieser Ausgabe habe ich daher einige Linktipps zu den Themenbereichen Urlaub / Christliche Reiseveranstalter / Pilgerreisen / Gruppenunterkünfte usw. zusammengestellt, die mir aufgefallen sind. Vielleicht ist für nächstes Jahr für die frühzeitige Planung schon was für Sie dabei? - Die Auswahl ist natürlich subjektiv und ergänzungsbedürftig. Deshalb freue ich mich auch über entsprechende Hinweise von Ihnen!

Das wissen wir bereits vom Auto: Wenn die Batterie sich total entladen hat, geht nichts mehr. Der Motor lässt sich nicht mehr starten, man kommt nicht mehr voran. Ohne fremde Hilfe ist man verloren.

Christen tragen Verantwortung dafür, dass sie vernünftig mit ihrer Gesundheit umgehen. Schließlich werden wir alle noch gebraucht.

Selbst Jesus hat es sich nicht nehmen lassen, Zeiten der Entspannung, des

Rückzugs, des Gebetes zu haben. Oft begab er sich dafür an einen einsamen Ort.

Er hat also nicht 24 Stunden täglich und 365 Tage im Jahr geheilt und gepredigt. Aus der Bibel wissen wir, wie gerne er Feste gefeiert hat, wie gerne er sich zum Essen einladen ließ, sogar von Sündern wie dem Zöllner Zachäus. Das brachte ihm den Vorwurf der Pharisäer ein (Matthäus 11,19), er sei „ein Fresser und Säufer“.


Auszeiten, um aufzutanken – das wünsche auch ich Ihnen.

Allerdings sollte man darauf achten,

welche Sorte man tankt, damit der Motor nicht plötzlich seinen Dienst versagt.
Doch auch für das gute Miteinander der pfarrlichen Gruppen sind solche gemeinsame Zeiten wichtig. Daher gibt’s hier auch diverse Verzeichnisse für Gruppenunterkünfte.


Hier geht's zu den einzelnen Linktipps

>> BITTE KLICKEN !


17.06.2009

14. Sonntag im Jahreskreis B - 5.7.2009


Ez 1,28c-2,5
2 Kor 12,7-10
Predigt zum Evangelium:
Mk 6,1b-6

Evangelium Mk 6,1 b-6

In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger begleiteten ihn. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen! Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon?

Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte dort.


MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT


Der da in Nazareth


Haben Sie schon gehört, dass Rebekka gestern ganz böse umgeknickt ist und nun mit kühlendem Verband im Bett liegen muss? Wissen Sie schon, dass der alte Daniel vom Baugerüst gefallen ist? Stellen Sie sich vor: Da hat mir eben der Kleine vom Ephraim nebenan doch tatsächlich die Zunge raus-

gestreckt – einfach unerhört ist sowas! Aber man weiß ja, dass seine Eltern sich sowieso viel zu wenig um seine Erziehung kümmern…


So ist das auf dem Dorf. Da kriegt jeder genau mit, was bei den Nach-

barn so alles passiert. Die Dorfbewohner sind einem bestens bekannt, und oft genug gibt es sogar von ihren Vor-

fahren noch allerlei

Geschichten zu erzählen. - So ist das auf dem Dorf, und so ist das auch in Nazareth zur Zeit Jesu. Fachleute schätzen die damalige Einwohnerzahl aufgrund von archäologischen Funden auf etwa 300 – 500 Personen, mehr nicht.

Jeder kannte jeden, und viele waren miteinander verwandt. Manche Wohnungen bestanden nur aus Felshöhlen, die nach vorne durch einen Vorbau aus Lehm ausgebaut worden sind. Der Ort lag in einer fruchtbaren Talmulde, umgeben von Bergen, 30 km von der Südspitze des Sees Genezareth entfernt.

Heute würde man sagen: Nazareth lag ziemlich weit weg vom Schuss, eben ein unbedeutendes, verschlafenes Provinznest. Daher wurde Jesus damals von einigen auch als „der Naza-

rener“ verspottet.


Im heutigen Evangelium erfahren wir, dass Jesus seinen Heimatort aufsucht und am Sabbat in der Synagoge lehrt.

Er ist jetzt ein weithin bekannter Rabbi. Seine Jünger sind bei diesem Heimatbesuch mit dabei, was unterstreicht, dass er nicht zu seinem Privatvergnügen

hier ist, sondern wie überall als Verkünder des Gottesreiches -

und um zur Umkehr aufzu-

rufen.

Wir brauchen nicht viel Phantasie, um uns vorzustellen, was da in Nazareth los war. Das lässt man sich natürlich nicht ent-

gehen. Der berühmte Sohn des Ortes ist heute da. Besonders die Älteren erinnern sich an viele Begebenheiten aus seinem Leben in Nazareth.


Als Kind hat er sich genauso dreckig gemacht wie alle anderen, mit denen er gespielt hat. Daheim hat er so selbstverständlich mit angepackt wie die anderen Kinder auch. Bei Josef ist er in die Lehre gegangen und hat das Handwerk des Zimmermanns und Bauarbeiters jahrelang ausgeübt. Wie andere Männer aus dem Dorf hat er in der Umgebung auf vielen Baustellen gearbeitet und weiß daher, was es heißt, in der Hitze des Tages sein Brot
verdienen zu müssen. - Kurzum: den Menschen damals in Nazareth ist eines klar - diesen Jesus kennen wir natürlich.

Er ist einer von uns. Wir wissen Bescheid um ihn.

Doch die Dorfbewohner haben auch miterlebt, dass er schon als Kind auch irgendwie anders war. Das war z.B. schon ein starkes Stück, als er als Zwölfjähriger bei seiner ersten Teil-

nahme an der großen Wallfahrt nach Jerusalem einfach mir nichts dir nichts im Tempel blieb, statt in der Gruppe der Jugendlichen wieder mit heimzukehren.

Die Leute in Nazareth wissen: Er war schon ein ungewöhnlich kluger Kopf, wenn man bedenkt, wie er fast noch als Kind mit den Experten im Tempel diskutiert hat.


Als er dann aber das Dorf und seine Verwandten verließ, um als Wanderprediger umherzuziehen, war das schon ein Schock. Am liebsten hätten ihn seine Verwandten bei seinem lebens-

gefährlichen Tun gestoppt...


Weiterlesen? Gerne - bitte HIER KLICKEN !



16.06.2009

12. Sonntag im Jahreskreis B - 21.06.2009

Ijob 38,1.8-11
2 Kor 5,14-17
Predigt zum Evangelium:
Mk 4,35-41




Evangelium Mk 4,35-41

An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren.

Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot,

in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so daß es sich mit Wasser zu füllen begann.

Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief.

Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, daß wir zugrunde gehen?

Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht,

und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, daß ihm sogar der Wind und der See gehorchen?


MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT


Glaube in Seenot


Die faszinierenden Niagara-Wasserfälle liegen genau an der Grenze zwischen Kanada und den USA. In einem riesigen Halbkreis von etwa 400 Metern stürzt das Wasser dort donnernd 58 Meter in die Tiefe. Nicht erst seit heute ist dieses

gewaltige Natur-

schauspiel eine große Touristen-Attraktion. Als aber im Jahre 1859 der französische Hochseil-Artist Jean Francoise Gravelet (genannt: „Der große Blondin“) im Urlaub dorthin kommt, lassen ihn die Niagara-Fälle nicht mehr los:

Er lässt ein Drahtseil über die ungeheure Distanz spannen und balanciert nun von Kanada nach USA oder umgekehrt. Für die lebensgefährliche Strecke in schwindelnder Höhe benötigt er immerhin volle 20 Minuten – und absolute Konzentration.

Im Laufe der Monate baut er noch allerlei Kunststückchen in seine ohnehin sehr waghalsige Vorführung ein: er geht auf Stelzen, bereitet sich auf halber Strecke ein Omelett zu usw.

Schließlich fragt er auch immer wieder die Zuschauer, ob sie ihm zutrauen, einen Menschen in einer Schubkarre hinüber zu transportieren. Die Menge klatscht zwar stets begeistert, aber niemand erklärt sich jemals bereit, in die Schubkarre einzu-

steigen. Alle vertrauen ihm, behaupten sie, aber niemand will für sich selbst das Risiko eingehen.

Mit gutem Grund, denn als der Artist schließlich eines Tages seinen Manager dazu verdonnert, den Fahrgast in der Schubkarre zu spielen, reißt unglücklicherweise ein Halteseil, und nur mit allerletzter Kraft gelingt es dem Artisten vor den Augen des entsetzten Publikums, sie beide doch noch ans Ziel am anderen Ufer zu bringen.


Wenn Menschen Angst haben und nicht zu vertrauens-

selig sind, hat das aus der Entwicklungs-

geschichte der Menschheit heraus auch gute Gründe. Wie das Sprichwort schon sagt: Übermut tut selten gut! Die Angst sorgt dafür, dass wir nicht zuviel riskieren und dadurch unser Leben auf’s Spiel setzen. Und blindes Vertrauen wurde oft genug bitter enttäuscht. Von daher ist es ein Zeichen von menschlicher Reife und Klugheit, unnötigen Risiken rechtzeitig auszu-

weichen. Das hat sich im Überlebenskampf in der Natur auch bestens bewährt.


Angst und Misstrauen können jedoch auch negative Folgen haben. Sie können so viel Macht über Menschen bekommen, dass sie Menschen krank und abhängig machen. Experten rechnen allein für Deutschland mit bis zu 6 Millionen Menschen, denen Angst einen Teil ihrer Lebens-

qualität raubt. Da ist etwa die Angst vor Spinnen oder Mäusen noch eine der harmlosesten Formen. Jeder weiß natürlich vom Verstand her, dass die in Deutschland vorkommenden Spinnenarten absolut harmlos sind, aber es gibt z.B. etliche Leute, die einen Raum nicht mehr betreten können, wenn sie wissen, dass darin eine Spinne sitzt. Meistens werden sie von ihrem zum Teil sogar anerzogenen Ekel über das Aussehen des Tieres so blockiert, dass der gesunde Menschenverstand nichts mehr ausrichten kann.


Angst kann uns also auch schaden, kann uns blockieren, kann uns leider erfolgreich darin hindern, klar zu denken und das Richtige zu tun. Im heutigen Evangelium erleben wir mit, wie so etwas sogar den Jüngern Jesu passiert.

Nach einem anstrengenden Tag sind sie auf den Vorschlag Jesu hin mit einem großen Fischerboot auf dem See Genezareth unterwegs. Es ist spät geworden, und Jesus möchte offenbar am anderen Ufer ein Quartier für die Übernachtung aufsuchen; es gibt überall im Land wohl-

wollende Leute, bei denen die Gruppe als Gast willkommen ist.

Zu vielen Menschen hat Jesus heute vom Reich Gottes gesprochen, und für viele hat er sich im Gespräch Zeit genommen. Während der Überfahrt ist daher eine gute Gelegenheit, sich etwas zurückzuziehen und auszuruhen.


Die Jünger, die meisten von ihnen ohnehin erfahrene Fischer, legen sich mit Rudern ins Zeug, um möglichst bald ans Ziel zu kommen. Mitten auf dem See erwischt sie jedoch einer der mit Recht dort von den Fischern so gefürchteten Wetterwechsel.

Wenn dann von den Bergen rings um den See Genezareth die Fallwinde hinunterstürzen, wird der ansonsten so friedliche See innerhalb weniger Minuten zu einem Ungeheuer, zu einem brodelnden Hexenkessel. Sturmgepeitschte Wellen und ständige Richtungswechsel des Windes bringen auch Profis schnell an die Grenzen ihres Könnens. Das Boot ist dann nicht mehr steuerbar, und wenn es quer zu einer heranrollenden Welle steht, kann es schnell voll Wasser laufen und kentern.


Bei den Jüngern macht sich nicht nur Rat-

losigkeit breit, sondern immer mehr auch die nackte Angst ums Überleben. Sie kämpfen mit äußerster Kraft gegen die Wellen an – und doch ist alles vergebens. Sie haben die Gewalt über ihr Boot verloren, das allmählich voll Wasser läuft. Die Lage hat sich trotz vollen Einsatzes dramatisch zugespitzt. Jesus aber sitzt immer noch hinten im Boot und ruht sich aus.


Allmählich wächst der Zorn der Jünger. Es war doch Jesu Idee, jetzt noch ans andere Ufer zu fahren. Dann soll er sich auch gefälligst kümmern, statt so zu tun, als ginge ihn das Ganze gar nichts an!

Im heutigen Evangelium heißt es dazu wörtlich: „Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, daß wir zugrunde gehen?“

Die Jünger sind also so richtig sauer auf ihren Herrn und Meister. Sie können es einfach nicht fassen: Sieht er denn nicht, dass akute Lebensgefahr für sie alle besteht? Sollen sie etwa mit Mann und Maus untergehen? ...


Weiterlesen? >> BITTE KLICKEN !

http://mehrpredigtgarten.blogspot.com/2009/06/12-sonntag-b-2162009.html



10.06.2009

11. Sonntag im Jahreskreis B - 14.06.2009

Ez 17,22-24
2 Kor 5,6-10
Predigt zum Evangelium:
Mk 4,26-34


Evangelium Mk 4, 26-34

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.

Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.

Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleich-

nissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.


MITTWOCHSGEDANKEN ZUR SONNTAGSPREDIGT


Geduld bitte, aber dalli-dalli!


Zumindest die Älteren unter uns werden sich noch gut an ihn erinnern: Hans Rosenthal, von 1971 bis 1986 der quirlige Showmaster der Sendung „Dalli, Dalli“. Da ging es regelmäßig im Spiele-Wettkampf der Prominenten besonders „dalli-dalli“ zu, also besonders hektisch und schnell, um möglichst viel Geld für einen guten Zweck zu erspielen. Bei herausragenden Spieler-Leistungen, vom Publikum stürmisch beklascht, rief Hans Rosenthal stets: „Sie sind der Meinung: Das war Spitze!“ und sprang dann stets begeistert in die Luft…


Dalli-dalli ging es jedoch nicht nur in jener sehr beliebten Sendung zu, sondern dalli-dalli ist eines der Kennzeichen der heutigen Zeit. Dalli, das kann bedeuten: flink, flott, zackig, sofort, schnellstens, eilig usw.

Wir erwarten mittlerweile, dass möglichst alles dalli-dalli funktioniert: heute bestellt, morgen geliefert. Etliche Unter-

nehmen betreiben nur noch „Lagerhaltung auf der Autobahn“, das heißt: es gibt kein großes Vorratslager in den Filialen mehr. Wenn von Filialen oder Kunden etwas benötigt wird, wird eben ein Lastwagen auf die Reise geschickt. Und da dies sehr viele so machen, verstopfen die Autobahnen mehr und mehr.


Schnell soll es gehen, und natürlich möglichst effektiv. Ein Arbeitsloser über 55 findet heute kaum noch einen Job – der ist einfach zu alt, zu langsam. Der wird ausgemustert. - Wenn die Natur das zuließe, gäbe es sicher jetzt auch eine „Turbo-Schwangerschaft“, die nur 6 statt 9 Monate dauerte.

Viele Eltern erwarten ohnehin, dass ihr Nachwuchs sich als Hochleistungskind zeigt. Grundschullehrer berichten immer häufiger, dass Eltern versuchen, Druck auf sie auszuüben, damit das Kind nur ja auf’s Gymnasium kommt.


Die Natur weiß es aber besser als die gestressten Menschen von heute: Alles braucht seine Zeit bis zur Reife, bis es soweit ist! Das kann nicht nur bei Pflanzen verschieden lange sein, sondern auch bei Menschen. Früher, als das Leben noch ländlich geprägt war, wusste schon jedes Kind aus eigenem Erleben im Garten oder auf dem Feld: Von der Saat bis zur Ernte vergeht eben eine lange Zeit.

Es läuft auch nicht immer so, wie wir es gerne hätten. Regelmäßig geht man nachschauen: Kommen zum Beispiel die Bohnen schon aus der Erde raus? Setzen sie schon Blüten an? - Heutige Stadtkinder erleben so etwas nur, wenn sie Glück haben, in Langzeit-Versuchen im Sachunterricht der Grundschule. Viele Kinder wissen schon nicht mehr, wo die Milch herkommt oder die Pommes, vom Miterleben etwa einer Schwangerschaft ganz zu schweigen. Sie lernen heute schon spielerisch ein bißchen Englisch im Kindergarten, aber sie werden wohl nie das Vergnügen haben, in einem Bachlauf einen Staudamm aus Steinen zu bauen. Sie werden professionell in der Schule mit Wissen vollgepackt, aber niemand hat ein wenig Zeit, um sie die faszinierende Schönheit eines Sonnenaufgangs mit dem großen Jubelkonzert der Vogelwelt erleben zu lassen.


Das wussten schon die Kinder früher: alles im Leben hat seine Zeit. Alles ist in Bewegung. Da wird geboren und da wird gestorben, und all dies geschah selbstverständlich im Schutze der Familie.

Alles hatte seine Zeit. Keine Erdbeeren im Dezember, und alles dann frisch auf dem Tisch, wenn es reif war, und nicht früher.

Die Tomaten schmeckten nicht nach schnittfesten Wasser-

behältern, sondern herrlich aromatisch und fruchtig, allerdings hierzulande nur von Juli bis Oktober. Es war ein Rhythmus, auf den man sich eingestellt hatte, so sicher wie das Amen in der Kirche.


Mitten in dieses ländliche Leben hinein führt auch das heutige Evangelium. In seinen Gleichnissen spricht Jesus immer so, dass die Alltagswelt darin erläutert wird als sehr anschauliches, einprägsames Beispiel für Jesu eigentliche Aussage-Absicht.

Heute vergleicht Jesus das Reich Gottes mit einem Senfkorn. Im Gegensatz zu unserer Heimat sind die klimatischen Bedingungen in Israel so, dass zumindest zur Zeit Jesu jeder die Senfstaude sehr gut kannte. Sie wuchs bis zu drei Meter hoch und überragte damit alle anderen Gartengewächse.

In fast jedem Garten gab es die Senfstaude sowie auch eine ganze Reihe anderer Gewürzkräuter, die man für die täglich frische Küche benötigte.


So musste auch jeder Zuhörer Jesus zustimmen, wenn er von der Winzigkeit des Senfsamens sprach. Die Senfsamen-Sorte, die dort von so vielen für ihren Haushalt privat verarbeitet wurde, hat nichts mit den größeren Senfkörnern zu tun, wie wir sie heute fast nur noch kennen. Jene Senfstaude produzierte Samenkörner, die so klein waren, dass man sie mit bloßem Auge gerade noch erkennen konnte. Da es die Sorte noch an einigen Standorten gibt, haben Biologen nachgezählt: Etwa 700 von diesen Samenkörnern ergeben gerade mal 1 Gramm an Gewicht –

ein Windstoß genügt, und die Samen sind wer weiß wo.


Dabei verfügt diese Senfstaude auch noch über eine geradezu unverschämte Wüchsigkeit. Egal ob am Feldrand, auf einer Weinbergsmauer oder eben im Garten – sie wächst wie ein Weltmeister und lässt sich dabei nicht aufhalten. Daher galt sie damals bei vielen schon fast als Unkraut, da andere Garten-gewächse von ihr verdrängt werden können, wenn man die zahlreichen kleinen Abkömmlinge nicht rechtzeitig entfernt. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere schrieb damals, der Senf wachse derart ungestüm, dass man „das Land kaum wieder davon reinigen“ könne. – So ist das: ganz winzig klein und unscheinbar hat es begonnen, und innerhalb eines Jahres ist ohne das geringste Zutun eines Menschen daraus eine Pflanze geworden, die alles überragt. Das nutzen natürlich auch die Vögel, um in den weit ausladenden Zweigen Schatten zu suchen und zu nisten...


Weiterlesen? - Gerne, bitte >> KLICKEN !